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Commodore 64

Inhaltsverzeichnis
1Die Entwicklung
2Namensgebung und Präsentation
3Produktion
4Der nicht existierende "KERNAL"
5Verkauf
6Technische Daten
7UNI64 Computer - Die Weiterentwicklung des C64



Die Entwicklung
Die Entwicklung des Commodore 64 begann Anfang 1981 mit dem Projektnamen "VIC-40" der als geplanter Nachfolger des VIC-20 vorgesehen war. Da die MOS Ingenieure Charles Winterble und Al Charpentier keinen Rückhalt vom Marketing für einen neuen VIC-40 bekamen, diskutierten diese im stillen in einem Restaurant Freitag nachts ihre Pläne bzgl. ihres VIC-40 Geheimprojekts. Im Zuge dessen war dies auch die Geburtsstunde des 6510 Prozessors, ein 6502 mit I/O Funktionen. Ebenso wurde so der 6526 CIA "Charlie's Interface Adapter" entworfen, der später in "Complex Interface Adapter" umbenannt und von Bob Yannes zu Ende geführt wurde. Für die meisten Diskussionen sorgten jedoch der geplante Sound und Grafik Chip. Charles und Al wollten den weltbesten Spiele-Chip entwickeln. Nach Rücksprache mit Jack Tramiel begann Charles Winterble und Al Charpentier und das Team alle möglichen damals erhältlichen Computer zu untersuchen, darunter das Mattel Intellivison, alles von Atari sowie den TI 99/4A von Texas Instruments. Dabei interessierte sich Al Charpentier besonders für Sprites. Em Ende entscheiden diese sich für 8 mehrfarbige Sprites, eine Verdoppelung im Gegensatz zu den Geräten von Atari, die nur 4 einfarbige Sprites darstellen konnten. Im Zuge dessen bekamen diese nur 2 Stunden Schlaf, in den 10 Tagen die ihnen von Jack Tramiel für die Analyse der Computer zur Verfügung gestellt wurden. Nach diesen 10 Tagen gibt Jack Tramiel im April 1981 seine Zustimmung für die Entwicklung und Herstellung des neuen 6566 VIC-II Grafikchips. Während der VIC-II Entwicklung arbeitet parallel dazu Bob Yannes an dem neuen Sound-Chip, dessen Leidenschaft die elektronische Musikerzeugung ist. Diesen neuen Sound-Chip nennen die Ingenieure "Sound Interface Device" 6581, kurz SID. Bob Yannes wollte in Sachen Sound etwas ausgereiftes und vor allem Amplitudenkontrolle, wobei ein Sound im Verlauf seine Lautstärke ändern konnte. In den gängigen Sound Chips dieser Zeit gab es nur Ton an (volle Lautstärke) oder Ton aus (keine Lautstärke). Geplant war der SID mit 32 Stimmen, jedoch aus Zeitmangel wurden daraus die bekannten 3 Stimmen mit jeweils 4 Wellenformen: Sägezahn, Rechteck, Dreieck und Rauschen. Beide Chips wurden in Rekordzeit entwickelt und benötigen nur 9 Monate Entwicklungszeit. Üblich war die doppelte Entwicklungszeit.

Während der Entwicklung der Chips wurde im Jahr 1981 bei Commodore zunächst an High-End Computern sowie der Spielekonsole Ultimax gearbeitet, bevor im Verlauf des Jahres 1981 die Ingenieure mit Jack Tramiel über einen Nachfolger für den erfolgreichen VIC-20 sprachen. Im Zuge der Besprechung des VIC-40 kam es auch auf die Entscheidung der RAM-Größe an, wobei sich Jack Tramiel für 64K Byte entschied, denn die Konkurrenz, einschließlich der Apple II, boten zu dem Zeitpunkt maximal 48 KByte, und dieser sich sicher war das die RAM Preise bis zum Verkaufsstart fallen werden, womit dieser Weitsicht bewies. Jack Tramiel plante ausserdem im November 1981 den neuen VIC-40 auf der Januar "Consumer Electronics Show" (CES) 1982 vorzustellen. Deshalb beauftragte Charles Winterble im Dezember 1981 Bob Yannes, Robert Russel und Dave Ziembicki mit dem Projekt, die somit weniger als 2 Monate Zeit haben um das komplette Computersystem zu erstellen. Im Zuge des straffen Zeitplans bleibt keine Zeit für ein neues Gehäuse, und es wird entschieden das Gehäuse des VIC-20 mit einer etwas anderen Farbe zu verwenden. So wird der Computer rechtzeitig zur Januar CES 1982 fertig.


Namensgebung und Präsentation
Bis kurz nach der Ankunft auf der CES im Januar 1982 weiss das Marketing von Commodore nichts von dem neuen VIC-40 Computer, das sich immer noch auf die Vermarktung des erfolgreichen VIC-20 Computer konzentriert. Nachdem die Ingenieure in einer Suite Jack Tramiel den kompletten Computer vorführen, gibt dieser das OK für die CES Ausstellung und informiert das Marketing darüber, die nun hektisch Werbematerial für den Prototypen erstellen. Im Zuge dessen, und ganz im Sinne der vorherigen Commodore Computer P128 mit 128 KB RAM und B256 mit 256 KB RAM, möchte das Marketing den VIC-40 in C64 umbenennen, was dann auch geschieht (C64/C64C Service Manual). Durch die magische Speichergröße von 64 KByte, dem beeindruckenden Sound-Chip 6581 (SID) und den im VIC-II Chip 8 frei bewegbaren mehrfarbigen Hardware-Sprites, stehen die Besucher auf der CES Schlange vor dem Stand von Commodore, und so wird der C64 zu einer Sensation, auch weil dieser ohne Vorankündigung aus dem nichts erschien.


Produktion
Da Jack Tramiel möglichst schnell in Produktion mit dem neuen C64 gehen will, erwartet dieser von seinen Ingenieuren die Fertigstellung des produktionsreifen Computers in nur 3 Monaten. Im April 1982 wird jedoch klar das dieser Zeitplan nicht eingehalten werden kann. Im Zuge der Fertigstellung wird an dem Problem der Farbdarstellung gearbeitet, womit nicht nur Commodore, sondern auch Atari und Apple zu kämpfen haben, da sich Helligkeit und Farbton überlappen. Charpentier nimmt deshalb eine Änderung vor in dem dieser den Farb-Timer von der Bildwiederholrate trennte. Damit war das Farbproblem gelöst, jedoch liefen die Timer nicht mehr phasensynchron und das Bild wellte sich. Aus diesem Grund musste ein Phasenregler eingebaut werden, den es nur von Texas Instruments gab, die mit ihrem TI-99/4A Heimcomputer direkt mit dem C64 konkurrierte. Commodore gelang es den Chip zu kopieren und selbst herzustellen. Der komplette C64 kostet am Ende nur $130 in der Herstellung. In den Handel gelangt dieser für $600, die übliche Vervierfachung der Herstellungskosten, nachdem Grundsatz das der Herstellungspreis verdoppelt und an die Händler abgegeben wird, die Händler wiederum ihrerseits den Einkaufspreis verdoppeln, der dann den Verkaufspreis darstellt. Der C64 geht im Juni 1982 in Produktion. Im Zuge der Produktion entstehen noch zahlreiche Probleme. Um alle Bauteile in das kleine Gehäuse zu bekommen, wurden diese eng beieinander geordnet, was zu Problemen führte. Im April 1982 schickt Robert Russel ROM Code ungeprüft an die Fabrik, wo sofort hunderttausende Chips produziert werden. Erst später wurde ein Bug entdeckt der einige Großbuchstaben klein darstellte, und somit hunderttausende ROM Chips nutzlos wurden. Lieferprobleme von Chips führten ebenfalls zu Verzögerungen. Der VIC-II hat ausserdem einen "Sparkle-Bug", bei dem ein heißgelaufener VIC-II hellblaue Punkte im Hintergrund erzeugt. Bei der Produktion in den Fertigungshallen werden ebenfalls Fehler gemacht. Die Video-Modulatoren des C64 werden von den Fließbandarbeitern falsch kalibriert, was eine Übersättigung des Bildes zur Folge hat. Ausserdem wird durch den Einsatz von elektrischen Schraubendrehern die Leiterbahnen des Laufwerksanschlusses für die 1541 durchtrennt.


Der nicht existierende "KERNAL"
Im Zuge der VIC-20 Veröffentlichung macht Robert Russel, der bei der Entwicklung des VIC-20 und C64 beteiligt war, bei der Verwendung des eigentlichen Wortes "Kernel" einen Fehler: "Ich verschrieb mich in der Überschrift auf der ersten Seite". Die Folge davon kann im jeweiligen "Programmers Referenz Guide" des VIC-20 und C64 nachgelesen werden. Nicht nur damals 1981, sondern auch bis heute gehen die meisten C64 Anwender diesem Fehler auf dem Leim, und schreiben das Wort "Kernel" falsch. Auch auf den Seiten von Wikipedia wird auf unzähligen Seiten das Wort Kernel falsch geschrieben.


Der nicht existierende "IEC" Bus
Das serielle Protokoll das Commodore bei seinen Computern verwendet ist der aus dem Jahre 1975 standardisierte IEEE-488 Bus, den Commodore zu einer seriellen Version umfunktionierte. Denn der IEEE-488 ist ein 8-Bit Parallel-Bus. Einen IEC Bus gab es nie, jedoch wird weiterhin auf einigen Seiten dieser Begriff verwendet. Aussen auf dem C64 Gehäuse wird dieser Anschluss als "Serial" (Serial-Bus), und im Handbuch des C64 ebenfalls als "Serial" betitelt. Somit ist klar das die richtige Bezeichnung "Serial-Bus" lautet.


Verkauf
Flächendeckend beginnt der Verkauf des C64 im August 1982 und wurde zu Beginn über ComputerLand und andere Ketten verkauft. Zu Beginn verursacht der C64 und das völlig überforderte Netzteil Wohnungsbrände, und auch der Sparkle-Bug tritt weiterhin auf, wobei der Fehler durch Al Charpentier später in einem ROM Chip entdeckt wird. Commodore hat zusätzlich mit 1541 Laufwerksproblemen zu kämpfen, da sich die Laufwerksköpfe dejustierten. Trotz all dieser Probleme entpuppt sich der C64 als Verkaufsschlager. In den ersten zwei Wochen verkauft Commodore 12.000 Stück, in den nächsten 3 Monaten bis Dezember 1982 noch einmal 65.000 Stück. Das nachfolgende Weihnachtsgeschäfft übertrifft alle Erwartungen. Durch verschiedene Ereignisse wird das Interesse an Computern geschürt, und unter diesen Bedingungen beginnt 1983 der Siegeszug des C64, der bis 1994 andauern soll. Genaue Verkaufszahlen für den C64 gibt es nicht, jedoch bewegen sich die Schätzungen um die 25 Millionen verkauften Exemplare, das den C64 zum meistverkauften Heimcomputer aller Zeiten und zum Kultobjekt der 80er macht.


Technische Daten
Prozessor: CPU 6510, 1 Mhz
Grafik: VIC-II 6567 (NTSC), 6569 (PAL)
Speicher: 64 KByte DRAM
Sound: SID 6581



UNI64 Computer - Die Weiterentwicklung des C64
Im Gegensatz zu einigen C64 Replica Platinen oder Emulatoren, die den C64 nur erhalten aber nicht grundlegend verändern wollen, und damit keine neuen und vielfältigen Möglichkeiten bieten, gehen die Neuentwicklungen der UNI64 Computer mit dem C64 neue Wege, die viele Menschen begeistern und verblüffen. Gerade die neuen Formen bzw. die besondere Ausstattung machen diese neuen Entwicklungen für aufgeschlossene Computer-User so interessant.

Der Startschuss dazu fiel im Oktober 2019 mit der Entwicklung des uAX64 Mini, der eine Grundfläche von nur 100x100mm aufwies, und somit bis dato den kleinsten C64 der Welt darstellt, der die originalen Chips des C64 verwendet. Dieser bietet die Möglichkeit 6 Karten in 6 vorhandene Slots zu stecken, die zusammen einen in Sekunden erweiterbaren C64 mit ungeahnten Möglichkeiten machen.


Die Entwicklung des uAX64 Mini Prototypen gestaltete sich etwas holprig. Nachdem der erste Prototyp zusammengebaut war, funktionierte nichts. Nach 3 Tagen und zahlreichen Fehlerkorrekturen, fliegenden Leitungen und Adapter, erschient zum ersten Mal das Einschaltbild des C64, jedoch ohne blinkenden Cursor. Es wurden weitere 3-4 Platinenversionen benötigt bis alles einwandfrei funktionierte. Die Schwierigkeit bei der Entwicklung war die limitierte Anzahl an Pins, da um die 100x100mm Größe nicht zu überschreiten, nur 72 Pin Slots verwendet werden konnten. 72 Pins hören sich nach viel an, jedoch reichten diese nicht um alles miteinander zu verbinden. Schlussendlich musste die Restore-Tasten-Leitung optional über eine Steckverbindung geführt werden. An der rechten Seite des uAX64 Mini wurde noch eine Möglichkeit geschaffen die Pi1541 extern an das System zu stecken, um so eine originalgetreue 1541 in Miniaturformat anzuschließen.

Kurz darauf folgte das uEliteBoard64, das aufgrund des "Short Board" Formates und dem Umfang an untergebrachten Features eigentlich unmöglich umzusetzen erscheint, aber dennoch realisiert werden konnte. Unter den unzähligen Möglichkeiten befinden sich die 3 SID Sockel, I2C Anschlüsse, KERNEL ROM Umschalter per RESTORE-Taste, SRAM Sockel OnBoard, HAT Socket für interne steckbare Erweiterungen, sowie viele Messpunkte die nicht nur zum experimentieren einladen, sondern im Zusammengang mit den vielen Möglichkeiten, auch sehr gut für die Neuentwicklung von Hard- und Software eingesetzt werden kann. Ausserdem kann der Video-Modulator mit seinen beiden Sockel-Buchsen ganz einfach ausgewechselt werden. Eine Stripe-Fix Option ist ebenfalls eingebaut. Über eine Adapter-Platine lassen sich WS2812 RGB Led-Strips ansteuern (optional automatisch über den SID).





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